07.08.2012 05:40
... und mit Hilfe des Eröffnungstrainers unter die besten 8 Nationen kommen
Zwanzig Tage vor Beginn der Schacholympiade in Istanbul eröffnet Arkadij Naiditsch den Reigen der männlichen Starter mit einem Kurzinterview, die die zehn Olympioniken der Internetredaktion des Deutschen Schachbundes gaben. Der in Riga geborene Dortmunder erhielt 2005 die deutsche Staatsbürgerschaft und stand fortan an der Spitze der Rangliste der deutschen Schachspieler. Bei seinen bisher zwei Olympiateilnahmen 2006 in Turin und 2008 in Dresden spielte er am ersten Brett.
Für Furore sorgte er mit seinem Sieg beim Dortmunder Sparkassen Chess Meeting 2005, als er die versammelte Weltelite hinter sich ließ.
Was für Ziele haben Sie bei der Schacholympiade in der Türkei?
Ich denke, dass persönliche Ziele nicht unbedingt im Vordergrund stehen sollten. Wir spielen als Mannschaft und als Mannschaft sollten wir versuchen das Best mögliche Ergebnis zu erreichen.
Mein persönliches Ziel ist es einfach gutes Schach zu spielen.
Wie bereiten Sie sich vor?
Ein besonderes "Turnier-Ritual" habe ich nicht. Natürlich versuche ich in einer guten Verfassung vor der Olympiade zu sein. Das bedeutet: Schach, Sport und alles andere sollte auch stimmen, nur dann kann man sich ganz auf das Turnier konzentrieren.
Achten Sie eventuell auch auf besondere Ernährung oder treiben Sie Ausgleichssport?
Ich habe keinen speziellen Ernährungsplan. Sport ist natürlich wichtig.
Sie erfahren erst wenige Stunden vor der Partie, wer Ihr Gegner ist. Wie stellen Sie sich in der kurzen Zeit noch auf ihn ein?
Das ist nicht ganz richtig. Wir erfahren am Abend davor gegen welche Mannschaft wir spielen werden. In den meisten Fällen kennt man den morgigen Gegner schon am Abend davor. Die Vorbereitung verläuft üblicherweise genauso so, wie man es in Einzelturnieren macht. Ich gucke mir die Partien von meinem Gegner an, mache mir Gedanken welche Eröffnungen eventuell aufs Brett kommen könnten, wo habe ich Probleme, wo sind die von meinem Gegner, wiederhole Eröffnungstheorien und hoffe, dass ich mit meiner Eröffnungswahl richtig liege.
Wen sehen Sie in der Favoritenrolle bei dieser Schacholympiade?
Bei den Frauen China, bei den Männern Russland.
Gegen wen würden Sie gerne spielen und warum?
Gegen Kasparow. Leider war ich zu jung, um ihn bei der Arbeit zu sehen.
Wie sehen Sie die Chancen bei der Schacholympiade für die deutsche Frauen- und die Männermannschaft?
Meiner Meinung nach, kämpft die Frauenmannschaft nicht um die vorderen Plätze.
Wir haben vielleicht Chancen, aber ich denke jeder Platz unter den Top 8 ist ein Erfolg.
Bei der Schacholympiade wird beiden Teams ein Eröffnungstrainer zur Verfügung gestellt. Wie wichtig ist das für Sie?
Ich denke durch den Eröffnungstrainer gewinnt die Mannschaft 10-20% an Stärke.
Wie oft haben Sie schon bei einer Schacholympiade teilgenommen?
Die kommende Schacholympiade in Istanbul ist meine dritte.
Vielen Dank für das Interview!
Partner des DSB:
Veröffentlicht von Frank Hoppe
Dieser Artikel wurde bereits 2010 mal aufgerufen.